Die folgende Nachricht zum Thema stammt von Anne vom 06. Mai 03 um 15:32 Uhr:
Hallo!
Ich habe leider große Probleme mit meinem dreijährigen Westi-Rüden.
Muß dazu etwas "ausholen". Vor drei jahren habe ich ihn als Welpen gekauft. Seine Mutter sei angeblich überfahren worden.
Ging mit ihm zu Welpenspieltagen (raufte gern) und habe auch eine Hundeschule besucht, mit 10 Einzelstunden und 5 Gruppenstunden. Leider verstarb sein "Trainer" mit plötzlich 37 Jahren. Dann nach einem halben Jahr erfuhr ich, daß ich Multiple Sklerose habe. Krankenhausaufenhalte, schlechtes Gehen etc. und dadaurch weniger Möglichkeiten mich so um seine Erziehung zu kümmern wie zuvor. Streß macht sich bei mir körperlich sofort bemerkbar.Neulich ging ich wieder mit ihm zum Hundetraining in der Gruppe, weil ich merkt, daß er immer dominanter wurde. Dort beim Spielen wollte er sich dauern mit einem jungen Basset beißen, was wir natürlich verhinderten. Plötzlich wollte er auch auf weibliche Hunde "losgehen", obwohl er sonst beim Spaziergang (immer angeleint) die gerne die Rüden angeknurrt hatte.
Der Hundetrainer gab mir den Rat, es mit einer Kastration zu versuchen, was wir Anfang April auch gemacht haben.
Um ihm seine Dominanz abzugewöhnen, gab ich ihn vor 14 Tagen in Ausbildung zu einem Hundetrainer, damit ja nichts passiert, falls er mal ausbüxt (wir wohnen gegenüber von einem Schäferhund-Übungsgelände). Auf Zuruf kommt er nicht zurück.
Leider waren dort noch andere Hunde in Pflege und unser Westie ist über eine Absperrung gesprungen, wo zwei Hunde frei herumliefen. Er hat sich auf einen 11-jährigen Mops gestürzt, ihn in die Seite und in den Nacken gebissen und wohl auch "geschüttelt". Der Mops hatte vorher schon Probleme beim Gehen und Atmen. Das arme Tier hat noch ein paar Stunden gelebt und ist dann aufgrund eingeschränkter Lungenfunktion gestorben. Ich bin deswegen völlig fertig. Für die Besitzer war der Mops wie ein eigenes Kind, weil es sich um ältere Herrschaften ohne Kinder handelt. Bei denen drehte sich alles um das Tier.
Als ich die Dame anrief, um ihr mitzuteilen, wie leid mir der Tod ihres Hundes tut, sprach sie heftig auf mich ein, meinen Hund einschläfern zu lassen, weil er so einen "schlechten Charakter" hätte und es immer wieder tun würde. Ein wehrloses Tier anzugreifen, zeuge davon. Sie selbst hätte auch schon mal einen Terrier gehabt, der immer wieder gebissen hätte und mit 8 Jahren eingeschläfert wurde.
Ich bin nun völlig ratlos. Soll ihn weggeben zu jemanden, der mehr Durchsetzungskraft und bessere Nerven (bedingt durch meine MS) als ich hat?
Beißen Hunde wirklich immer wieder, sobald sie es einmal gemacht haben? Was soll ich nur machen??
Gruß Anne
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